Spinat-Lasagne mit Ricotta und Béchamelsauce

Das Geheimnis einer guten Lasagne ist das richtige Verhältnis von Pasta und Sauce. Bei der Variante mit Hackfleisch etwa, schaffen es Köche in Restaurants selten, das Gericht nicht zu trocken zu servieren, es fehlt doch immer an Bolognese und Béchamel. Lasagne schmeckt selbstgemacht am besten, man muss sich keine vertrocknete und traurige Nudel auf dem Teller antun. Diese vegetarische Spinat-Lasage wird mit karamellisierten Kirschtomaten getoppt, ein kleines Extra, das optisch und geschmacklich etwas hermacht.

Zutaten für 4-6 Personen:

500 g kleine Rispentomaten
Einige Zweige Thymian
Olivenöl

50 g Butterschmalz
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
1 helle Zwiebel, fein gehackt
800 g Blattspinat
200 g Ricotta

etwa 8 – 10 Lasagneblätter
Parmesan, gerieben
Salz
Pfeffer

Béchamel:
50 g Butter
50 g Mehl
800 g Milch
1 Lorbeerblatt
0,5 Muskatnuss


Zubereitung:

Die Tomaten längs halbieren, in Olivenöl bei mittlerer Hitze mit Thymian in einer Pfanne schmoren, etwa 10 Minuten auf jeder Seite. Salzen, pfeffern und beiseitestellen.
Ofen auf 190 Grad vorheizen. Zwiebel einige Minuten im heißen Butterschmalz dünsten, Knoblauch hinzugeben und kurz weiter braten. Spinat blanchieren, absieben und etwas pressen, um die Flüssigkeit zu entfernen. Zur Knoblauch-Zwiebelmischung geben, salzen und pfeffern und mit etwas geriebenem Muskat würzen. Zur Seite stellen.
Die Butter für die Béchamelsauce in einem Topf erhitzen, das Mehl langsam einrühren, nach und nach die Milch hinzugebend, dabei ständig mit dem Schneebesen rühren. Lorbeerblatt hinzugeben, fünf Minuten leicht köcheln lassen, mit Muskat, Salz und Pfeffer würzen.
Lasagneblätter für zwei Minuten in Salzwasser kochen – auch wenn auf der Verpackung steht, dass das nicht nötig sei. Absieben. Eine Auflaufform mit weicher Butter einschmieren (von innen, selbstverständlich). Mit Lasagneblättern komplett auslegen. Darauf Béchamel geben, dann Spinat, etwas von dem Parmesan und schließlich Ricotta in kleinen Stücken. Mit Lasagneblättern und darauf Béchamelsauce abschließen. Die Tomaten mit Schnittfläche nach oben auf der Oberfläche platzieren.

Lasagne für 25 Minuten mit Alufolie bedeckt im Ofen backen, Folie entfernen, restliches Parmesan darüberstreuen und weitere 15 Minuten backen, bis der Käse goldgelb ist.

Teile diesen Beitrag!

So macht ihr easy peasy Chili Con Carne

Vor drei Jahren hatten wir einen Food-Stand auf einem Open-Air-Konzert in München und kochten dort etwa 2000 Portionen Chili Con Carne für Festivalbesucher. Ganze zwei Tage und Nächte waren wir vor dem Konzert mit den Vorbereitungen beschäftigt, wir starteten in der Restaurant-Küche eines Freundes und brieten Zwiebeln und Fleisch bis spät in die Nacht. Ein Nachbar aus dem Haus, den der Geruch störte, rief gegen 23 Uhr die Polizei und als wir draußen Blaulicht sahen, verstauten wir unsere Töpfe so schnell wie möglich und flohen durch den Hintereingang – es war sehr knapp und mit den Münchner Polizisten ist nicht zu Spaßen!

Am nächsten Tag fand ich nach vielen Telefonaten über einen alten Verehrer eine andere Küche in einem Bistro und dort konnten wir den zweiten Teil der Chilivorbereitungen, wieder bis spät in die Nacht, zu Ende bringen. Es wurden gigantische Mengen Bohnen und Mais verarbeitet, kiloweise Rinderhack und riesige Tüten mit Chillipulver und anderen Gewürzen.
Am Festivaltag brachten wir unser Chili zum Königsplatz und dekorierten unseren Stand mit Sombreros und Jalapenos. Bald kamen die ersten Festivalbesucher und schon nach dem Auftritt der ersten Band erinnerte die Situation an die Fütterung hungriger Löwen! Die Schlange an unserer Theke war so lang, dass ich ihr Ende nicht sehen konnte und während Wanda sang, standen wir mit Druck im Nacken an gigantischen Töpfen und rührten mit gigantischen Kellen unser Chili. Es war sehr kalt an jenem Oktobertag, und dass wir ein wärmendes, wohltuendes Chili verkauften, sprach sich schnell herum auf dem Gelände. Kelle nach Kelle gaben wir in unsere biologisch abbaubaren Schälchen, immer mit einem Klacks Sour Cream dekoriert und einer Handvoll Nachos daneben.

Die Schlange war bald zweispurig und selbst das vegane Chili wurde uns aus den Händen gerissen. Wer seine Portion hatte, stellte sich glücklich löffelnd an die Seite. Nicht drängeln, jeder kommt dran, riefen die Mädchen an der Kasse. Noch bevor der letzte Act des Abends, Herbert Grönemeyer, auftreten konnte, waren wir ausverkauft. Noch heute sehe ich manchmal die enttäuschen Gesichter vor meinem inneren Auge und spüre die Reue, nicht mehr Chili gekocht zu haben. Aber kein Neid: der Veranstalter nahm so viele Gebühren für Strom, für den Stand, für die Müllentsorgung, für das Atmen und Stehen, dass wir keine Chili-Millionäre wurden. Seither hatte ich irgendwie kein Bedürfnis, den mexikanischen Klassiker nochmal zu kochen – bis es in dieser Woche wieder in mir auflebte, das Bedürfnis!

Also tat ich es einfach und kochte ein köstliches Chili: der größte Clou für dieses Gericht ist, dass man es am Vortag kochen sollte. Lasst die Zutaten über Nacht ziehen und der Geschmack wird sich richtig schön entfalten.
Ihr könnt Kidney Bohnen aus der Dose verwenden, falls ihr keine große Kochlust verspürt, ich habe 250 Gramm ungekochte Kidney-Bohnen über Nacht in Wasser ziehen lassen und sie dann in einem halben Liter Wasser ohne Salz etwa eine halbe Stunde al Dente kochen lassen. Das Kochwasser habe ich für das Chili weiterverwendet – ich finde, das gibt einen noch besseren Geschmack! Hier ist mein Chili Rezept, es reicht für 4 Personen, nicht für 2000.
Die Schärfe dieses Chilis ist moderat – eine feine Schärfe im Abgang. Wer es schärfer möchte, kann einen Teelöffel Cayennepfeffer hinzufügen.

Zutaten für 4 Personen:

1 EL Butterschmalz
1 helle Zwiebel, geschält und fein gehackt
2 mittelgroße Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt
500 Gramm Rinderhackfleisch
400 Gramm gekochte Bohnen
3 Chilischoten, entkernt und fein gehackt (ich habe eine grüne, rote und gelbe genommen, es gehen auch Jalapeno o.ä.)
1 – 2 TL Cayennepfeffer (optional, falls ihr es sehr scharf oder RICHTIG RICHTIG scharf mögt)
1 TL Kreuzkümmel gemahlen, optional
2 TL Oregano, getrocknet
2 TL Paprikapulver
1 TL Achiote Paste, eine mexikanische Gewürzmischung, die ihr im Südamerika-Supermarkt oder online bekommt
2 TL Tomatenmark
450 Gramm geschälte Tomaten aus der Dose
1 Rindsbouillon Pur
1 Prise Zucker
1 Schuss Rotwein (optional)
2 Tassen Wasser
Salz, Pfeffer
Sour Cream, Koriander, Nachos, Guacamole

Zubereitung:

Butterschmalz erhitzen, Zwiebeln auf mittlerer Hitze darin etwa 3 Minuten dünsten. Knoblauch und Chileschoten hinzugeben, nach 2 Minuten Hitze erhöhen und Hackfleisch hinzugeben und häufig rühren. Wenn das Fleisch eine braune Farbe angenommen hat, Kreuzkümmel, Paprikapulver, Cayenne und Achiote Paste hinzugeben, kurz braten. Tomatenmark hinzugeben, Rotwein, Tomaten aus der Dose und Kidneybohnen ebenfalls in den Topf geben. Wasser oder Bohnenwasser hinzugeben, rühren. Die Konsistenz sollte flüssiger sein, als ihr das Chili am Ende haben möchtet allerdings nicht so flüssig wie eine Suppe. Etwa 1,5 bis 2 Stunden köcheln, dabei immer mal wieder umrühren und eventuell Flüssigkeit nachgießen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und dann bis zum nächsten Tag im Topf ruhen lassen.

Chili vor dem Servieren nochmals eine halbe Stunde köcheln lassen. Mit einem Klacks Sour Cream und etwas Koriander servieren. Dazu passen Nachos und Guacamole. Guten Appetit!

Teile diesen Beitrag!

Was willst du, Kaki?

Die Kaki-Frucht hat jetzt Saison und wie jeden Herbst frage ich mich: was will sie von mir? Wenn ich sie auf dem Markt oder im Supermarkt sehe, halte ich es wie bei einer Begegnung mit einem aufgeregten Straßen-Pantomimen: wegsehen und schnell vorbei gehen.

Diese Frucht und ich werden uns nie verstehen, sie spricht eben nicht meine Sprache. Kein Wunder, kommt sie doch meistens aus China oder Korea zu uns. Eine Kaki zu essen, fühlt sich an wie ein Zungenkuss mit Sandpapier, nur ungeiler – obwohl ich den Look, Tomate mit Spray Tan, auf einem Obstteller ganz schön finde. Ist sie erst mal so weich, dass man sie essen kann, wird ihr Inneres wie ein schleimiger Pudding, den man, wenn man die Frucht richtig essen will, auslöffeln sollte.

Genug gelästert, nur weil ich die Kaki nicht verstehe, heißt es nicht, dass ihr sie nicht mögen solltet. Ich glaube, sie ist ganz gesund. Vielleicht steht ihr ja auf die klebrige, orangefarbene Angelegenheit, die mich geschmacklich an eine andere mir verhasste Frucht erinnert: die Dattel. (Nichts macht mich aggressiver, als das Angebot, eine Kaki oder eine Dattel zu essen, wenn mir nach etwas tollem Süßen gelüstet.)

Wenn ihr etwas anderes aus der Kaki machen wollt, als sie nur pur zu essen, könnt ihr euch Rezept-Inspiration bei Martha Stewart holen, die hat sich ganz tapfer einige Gedanken zum Thema gemacht. Hier geht’s zu ihrer Webseite und den Rezepten.

Teile diesen Beitrag!

So macht ihr easy peasy Kartoffelsuppe mit Würstchen

Kartoffelsuppe mit Würstchen – eins der besten Gerichte der Welt, ein Klassiker, für den man nie zu alt, zu reich oder zu doof ist. Darf ich euch kurz die Vorzüge dieses Rezeptes aufzählen: Ihr braucht für die Zubereitung nur eine halbe Stunde Zeit, die Zutaten sind sehr günstig (außer Würstchen und Speck – zeigt ein Herz für Schweine und kauft beides aus artgerechter Tierhaltung aus einem Bio-Supermarkt) und diese Suppe ist an kalten Tagen eine echte Wohltat.
So gelingt sie garantiert.

Zutaten für 4 Personen:

1 Kilo Kartoffeln, geschält, in 1-cm-große Stücke geschnitten
3 Möhren, geschält, in kleine Würfel gehackt
1 helle Zwiebel, geschält, in kleine Würfel gehackt
1 Stück Knollensellerie, geschält, in kleine Würfel gehackt
1 Lauch, geputzt, in kleine Würfel gehackt
50 g durchwachsener Räucherspeck (optional), in Würfel geschnitten
3 EL Butterschmalz
800 ml Gemüsebrühe (instant) oder etwas mehr, wenn zu dickflüssig
2 TL Majoran
1 TL Thymian
4 EL Sahne
Frische Petersilie oder Schnittlauch zum Garnieren, gehackt
Salz, Pfeffer
4 Würstchen, zum Beispiel Wiener oder Krakauer

Zubereitung:

Zwiebeln und Speck in Butterschmalz bei mittlerer Hitze etwa drei Minuten andünsten. Kartoffeln, Möhren und Sellerie hinzugeben und weitere 5 Minuten dünsten. Lauch, Majoran und Thymian hinzugeben, mit Brühe aufgießen, etwa 20 Minuten mit Deckel köcheln lassen. Mit einem Stampfer durchstampfen, so dass die Struktur noch grob , aber auch eine Cremigkeit da ist. Eventuell mit mehr Gemüsebrühe aufgießen, es soll Suppe sein und kein Brei. Abschmecken, fünf Minuten mit den in Scheiben geschnittenen Würstchen auf kleiner Hitze ziehen lassen.
Zum Servieren jede Portion mit Sahne und Kräutern garnieren.

Teile diesen Beitrag!

Miss Violets Meatballs: eine kulinarische Reise im Glamour Magazin

Für das Glamour Magazin durfte ich Hackbällchen machen… sehr viele Hackbällchen. In der aktuellen Ausgabe, ab heute im Handel, gibt es fünf von mir entwickelte und für das Fotoshooting umgesetzte Meatball-Rezepte aus aller Welt – aus jedem Kontinent eines.

Welches Meatball-Rezept ist euer Liebling? Die marokkanischen Kefta in scharfer Tomatensauce, japanische Tsukune am Spieß oder deutsche Königsberger Klopse? Viel Spaß beim Lesen und Nachkochen!

Teile diesen Beitrag!

Meine Tipps für die perfekte Gans

Knusprige Haut, zartes Fleisch – so macht ihr den besten Gänsebraten mit reichlich Gänsesauce:

1. Wenn es geht, keine TK-Gans aus dem Supermarkt kaufen, sondern eine frische Freiland-Gans – man merkt den Unterschied auf jeden Fall! Die Innereien aus der Gans nehmen und die großen Fettpolster im Inneren der Gans entfernen. Am Vorabend Gans bereits von innen und außen salzen.
2. Mindestens zwei Stunden vor dem Braten im Ofen solltet ihr die Gans aus dem Kühlschrank holen und auf Zimmertemperatur bringen. Flügelenden (die zwei letzten Glieder) abschneiden.
3. Nochmals von außen und innen salzen und jetzt auch kräftig pfeffern. Die Haut mit einer Gabel an mehreren Stellen einstechen, damit das Fett austreten kann. Vor allem im Seitenbereich.
4. Nach Geschmack füllen – zum Beispiel mit Apfel, Zwiebel, Maronen, Beifuß – und dann am Hals zunähen oder mit Zahnstochern verschließen, damit die Füllung beim späteren Wenden der Gans nicht herausfallen kann.
5. Bevor ihr die Gans in den Ofen schiebt: Hals, Magen, Herz und Flügel (Leber nicht!) mit 2 grob geschnittenen, geschälten Zwiebeln im Ofen für etwa 30 Minuten bei 220 Grad rösten, herausnehmen, das Ganze in einem Topf oder einer tiefen Pfanne mit Deckel kurz braten, 2 EL Mehl (Tipp: Roggenmehl ist jetzt sogar noch besser als Weizenmehl) hinzugeben und weiterbraten, mit einem großzügigen Schuss Balsamico ablöschen, mit einer Tasse Rotwein ablöschen und mit 400 ml Gänsefond und 400 ml Wasser aufgießen – einige Stunden köcheln lassen. Das wird eure Sauce.
6. Die Gans mit dem Bauch nach unten im Bräter in den Ofen schieben. In den Bräter kommt auch etwas kaltes Wasser, ca. 2 Tassen. Gans mit dem Saft einer Orange übergießen. Bei 220 Grad braten.
7. Den Ofen nach etwa 25 Minuten runterschalten und bei 160 Grad weiterbraten.
8. Immer mal wieder mit dem Sud aus dem Bräter übergießen.
9. Wenn der Rücken schön braun ist (etwa nach 2 bis 2,5 Stunden – je nach Größe der Gans) wenden. Dafür Gans kurz aus dem Bräter nehmen, den Sud im Bräter in die Sauce geben und die Gans mit der Brust nach oben wieder in den Bräter legen. Kein weiteres Wasser dazu.
10. Bei 160 Grad weiterbraten bis die Gans fast fertig ist. (etwa 1,5 bis 2 Stunden, je nach Größe der Gans)
11. Für die Knusprigkeit: Eine halbe Tasse eiskaltes Wasser mit 2 TL Salz mischen, über die Gans geben, so dass sie überall mit dem Salzwasser benetzt ist. Die Gans nun 20-25 Minuten weiterbraten und die Temperatur nochmal auf 200 Grad erhöhen. Aus dem Ofen herausnehmen, 20 Minuten ruhen lassen. Die Sauce absieben und von überschüssigem Fett befreien, dafür Fett vorsichtig mit einem Löffel entfernen. Eine halbe Tasse kaltes Wasser mit 2 TL Mehl oder, noch besser, Speisestärke vermischen, in die kochende Sauce einrühren und Sauce so verdicken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken – essen!

Anders als beim Truthahn ist die Füllung der Ganz nicht zum Verzehr geeignet: sie saugt sich voll mit dem reichlichen Fett und wird dadurch ungenießbar.

Teile diesen Beitrag!

Feiert Eure Weihnachtsfeier mit Miss Violet

Alle Jahre wieder – verabschiedet man das Arbeits-Jahr mit seinen Kollegen bei einem tollen Essen mit vorweihnachtlicher Stimmung. Für alle, die mal etwas anderes wollen, etwas Besonderes, präsentiere ich eine schöne Idee: feiert Eure Weihnachtsfeier mit Miss Violet. Ein privater Supperclub mit weihnachtlichem Menü ist etwas ganz Besonderes: duftender Gänsebraten, lockere Stimmung, köstliche Weine… eine tolle Belohnung für alle, die das ganze Jahr so toll zusammen gearbeitet haben und das jetzt zusammen feiern möchten.
Die Fotos von meinem Weihnachts-Supperclub im letzten Jahr geben Euch einen kleinen Eindruck. Mehr Informationen: mail@missviolet.de

Teile diesen Beitrag!